Ein gutes Resilienz-Coaching kann sich positiv auf deine innere Stärke sowie Selbstvertrauen auswirken.
30-Sekunden Zusammenfassung
- Resilienz ist deine Fähigkeit, Krisen erfolgreich zu bewältigen und aus ihnen gestärkt hervorzugehen. Resilienz ist das Immunsystem deiner Seele.
- Resilienz ist erlernbar – sie basiert auf 6 dynamischen Resilienz-Faktoren, die du durch gezieltes Training ausbauen kannst.
- Ein Resilienz-Coaching ist sinnvoll, wenn du dich gestresst, überfordert oder fremdbestimmt fühlst und eine Krise deine innere Balance gestört hat (Konflikte im Job, eine schmerzhafte Trennung oder ein Schicksalsschlag).
- Im Coaching geht es darum, deine Ressourcen aufzustocken (Energiegeber) und deine Stressoren zu reduzieren (Energieräuber).
- Am Ende des Beitrags findest du einen Selbsttest, mit dem du herausfinden kannst, wie resilient du bereits bist.
Was ist Resilienz-Coaching?
Vielleicht kennst du das: Du fühlst dich ausgebrannt, überfordert oder von den Herausforderungen des Lebens regelrecht überrollt.
Plötzlich ist da eine Trennung, ein Jobverlust, eine Krankheit – oder einfach die Summe der alltäglichen Belastungen, die sich anfühlt wie eine unsichtbare Last auf den Schultern. Genau dann zeigt sich: Wie gut kannst du dich innerlich wieder stabilisieren?
Hier kommt Resilienz ins Spiel, deine seelische Widerstandskraft. Und die gute Nachricht ist: Sie ist lern- und trainierbar.
In diesem Beitrag erfährst du, was Resilienz-Coaching genau ist, welche Faktoren deine Widerstandskraft beeinflussen und wie du durch konkrete Übungen deine innere Stabilität zurückgewinnst.
Definition von Resilienz-Coaching
Resilienz. Das Wort klingt zunächst etwas sperrig, beschreibt aber etwas zutiefst Menschliches: Deine Fähigkeit, schwierige Zeiten zu durchstehen, ohne daran zu zerbrechen.
Stell dir deine Resilienz wie eine Waage vor: Auf der einen Seite liegen Stress, Krisen und emotionale Erschütterungen. Auf der anderen Seite deine inneren Ressourcen – wie Optimismus, gute Beziehungen, Selbstfürsorge.
Im Resilienztraining geht es darum, diese Ressourcen zu aktivieren und bewusst zu stärken. Außerdem entwickelst du Strategien, um mit Stress umzugehen und deine Selbstregulation zu stärken.
Kurz gesagt: Resilienz-Coaching zeigt dir, wie du diese Waage wieder ins Gleichgewicht bringst.
Wichtig: Im Resilienz-Coaching geht es nicht darum, dich mit einer „Teflon-Beschichtung“ zu versehen oder unverwundbar zu machen. Du bleibst ein Mensch mit Gefühlen, Ängsten und Verletzlichkeit – und das ist auch gut so. Auch ein resilienter Mensch wird trauern oder Leid erfahren –, aber er verfällt nicht in eine Opferrolle.
Die Prinzipien deines Resilienztrainings:
- Ressourcenorientiert: Dein Coach sieht dich als Experten oder Expertin für dein Leben und geht davon aus, dass du alle Ressourcen und Stärken für deine Lösung bereits in dir trägst, auch wenn der Zugang momentan versperrt ist.
- Lösungsorientiert: Statt in der Problemtrance zu verharren und zu analysieren, was alles schiefgelaufen ist, lenkt dein Coach deinen Blick mit gezielten Fragen auf Lösungen. Dein Coach baut dir damit Brücken zu neuen Perspektiven. Es liegt an dir, diese Brücken zu überqueren. Coaching ist Hilfe zur Selbsthilfe.
- Systemisch: Du wirst als Teil eines größeren Ganzen (Familie, Job, Kultur) betrachtet. Manchmal muss Hilfe von außen geholt werden oder die Umstände müssen verändert werden, um wieder in deine Kraft zu kommen.

„Resilienz ist ein sehr häufiges Thema im Coaching“
„Tausende Klient:innen-Anfragen für ein Coaching mit uns zeichnen ein klares Bild: Viele Menschen möchten resilient durch das Leben gehen – es buchstäblich meistern. In den Kennenlerngesprächen verbergen sich dahinter meist Themen wie der Wunsch nach ‚innerer Stärke‘ oder ‚innerer Ruhe‘. Die gute Nachricht: Resilienz lässt sich üben und erlernen.“
Chris Bloom | Systemischer Therapeut und Coach

Wann ist ein Resilienz-Coaching sinnvoll?
Vielleicht fragst du dich: „Ist ein Resilienztraining überhaupt etwas für mich?“ Die Antwort lautet meistens: Ja. Denn Resilienz-Coaching richtet sich nicht nur an Menschen in akuten Krisen.
Es ist auch für dich geeignet, wenn du:
- dich gestresst, ausgebrannt oder überfordert fühlst
- Schwierigkeiten hast, deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen oder ernst zu nehmen
- dich oft fremdbestimmt fühlst und nicht weißt, was du wirklich willst
- Ängste und Sorgen hast, die dich lähmen
- „dickhäutiger“ und gelassener werden möchtest
- lernst, dich besser abzugrenzen und für dich einzustehen
- nach einer Krise (Trennung, Verlust, Jobwechsel) wieder in deine Kraft kommen willst
- dich fragst: „Was will ich wirklich im Leben?„
Auch im Unternehmenskontext ist Resilienz-Coaching wertvoll: Zur Burnout-Prävention, für gesunde Führung, im Umgang mit Veränderungen oder zur Stärkung der Teamresilienz.
Dein seelisches Immunsystem: 6 Faktoren der Resilienz
Nicht jeder geht mit Krisen gleich um und das hat gute Gründe. Denn es sind bestimmte innere Fähigkeiten und Haltungen, die darüber entscheiden, ob wir uns von schwierigen Lebensphasen überwältigen lassen oder daran wachsen.
Wichtig: Was dir persönlich hilft, kann sehr individuell sein. Es gibt kein „besser“ oder „schlechter“. Am Ende dieses Beitrags findest du einen Selbsttest, mit dem du dein persönliches Resilienz-Profil erstellen kannst.
Die folgenden sechs Faktoren, basierend auf einer groß angelegten Studie, geben dir einen praxisnahen, vereinfachten Überblick. Diese Resilienzfaktoren sind trainierbar, und genau daran setzt ein gutes Coaching an:

1. Selbstregulationsfähigkeit: Handlungsfähig bleiben
Du bist deinen Gedanken und Gefühlen nicht ausgeliefert – du kannst lernen, sie bewusst wahrzunehmen und konstruktiv zu steuern. Ob durch Achtsamkeit oder Sport: Selbstregulation hilft dir, in herausfordernden Momenten handlungsfähig zu bleiben und gut für dich zu sorgen.
2. Optimismus: Das Glas ist halb voll
Realistischer Optimismus bedeutet, nicht die rosarote Brille aufzusetzen und Negatives zu ignorieren, sondern neben Krisen und Herausforderungen auch das Positive zu sehen und aktiv nach Lösungen zu suchen. So verlässt du die Opferrolle und schaust zuversichtlich in die Zukunft.
3. Soziales Netz und Beziehungen: Du bist nicht allein
Ein funktionierendes soziales Netzwerk ist essenziell für dein seelisches Gleichgewicht. Das bedeutet: Du musst nicht alles alleine schaffen. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine wichtige Ressource.
Es geht allerdings nicht nur darum, Unterstützung zu bekommen, sondern auch darum, zu geben. Wenn du für andere da bist, erlebst du darin Sinn und spürst Verbundenheit.
Im Coaching reflektierst du:
- Wer tut mir gut? Wer ist ein Energieräuber?
- Welche Beziehungen geben mir Kraft, welche kosten mich Energie?
- Wie kann ich mein soziales Netz pflegen und ausbauen?
4. Selbstwirksamkeit: „Ich schaffe das!“
Du hast Einfluss. Du kannst Dinge gestalten. Dieses Vertrauen in die eigene Fähigkeit, Herausforderungen zu bewältigen, ist laut Wissenschaft ein sehr starker Resilienz-Booster – man nennt ihn auch Selbstwirksamkeit.
In anderen Worten: Wer an sich glaubt, ist widerstandsfähiger.
Im Coaching baust du dieses Selbstvertrauen gezielt auf, indem du deine eigenen Fähigkeiten anerkennst und stärkst. Du entwickelst ein gesundes Gefühl von Selbstverantwortung für dein Leben, ohne dich für alles verantwortlich zu fühlen.
Dein Motto wird „Ich hab schon so viel gemeistert – ich werde auch das schaffen.“
5. Zukunfts- und Lösungsorientierung: Der Blick nach vorne
Krisen lähmen, außer, du schaust nach vorne. Resiliente Menschen grübeln nicht endlos „Warum ist mir das passiert?“, sondern stellen sich die Frage: „Was kann ich jetzt tun?“
Dein Coach unterstützt dich mit klaren Fragen darin, neue Möglichkeitsräume und Perspektiven zu erkennen. In anderen Worten: Du lernst „out of the box“ zu denken.
Anschließend geht es darum, kleine Schritte zu erkennen, Handlungsspielräume zu nutzen und wieder ins Tun zu kommen.
6. Sinn- und Werteorientierung: Dein innerer Kompass
Wofür lohnt es sich, morgens aufzustehen? Menschen, die sich an ihren persönlichen Werten orientieren, haben in Krisen einen inneren Kompass. Wenn du tust, was dir wirklich wichtig ist (im Einklang mit deinen Stärken und Überzeugungen), findest du Halt und Sinn, selbst wenn es schwierig wird.
Typische Werte, die laut Psycholog:innen vielen Menschen das Gefühl von Sinn geben, sind zum Beispiel:
- Generativität: Etwas schaffen, das über dich hinaus Wirkung zeigt
- Fürsorglichkeit: Anderen helfen, unterstützen, da sein
- Religiosität oder Spiritualität: Sich verbunden fühlen mit etwas Größerem
- Harmonie: Mit sich und anderen im Reinen sein
- Wachstum und Entwicklung: Neues lernen, über sich hinauswachsen
- Soziales Engagement: Sich für Gerechtigkeit und das Gemeinwohl einsetzen
- Achtsamkeit & Rituale: Bewusst leben, innehalten
- Naturverbundenheit: Kraft aus der Verbindung mit der Umwelt schöpfen
- Kreativität: Sich ausdrücken, gestalten, erschaffen
- Gemeinschaft: Nähe, echte Freundschaften und Zugehörigkeit erleben
Ein Resilienz-Coaching kann dir helfen, deine ganz persönlichen Werte zu identifizieren – und danach zu leben.
Gemeinsam mit deinem Coach reflektierst du:
- Was ist mir wirklich wichtig?
- Lebe ich im Einklang mit meinen Werten?
- Was gibt meinem Leben Bedeutung?
Resilienz-Coaching versus Therapie
Nicht jede Krise lässt sich mit Coaching allein bewältigen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wo die Grenzen eines Resilienzcoachings liegen – und wann eine psychotherapeutische Unterstützung notwendig ist.
Resilienzcoaching richtet sich an Menschen, die sich stabil fühlen, aber gezielt an ihrer Widerstandskraft arbeiten möchten – zum Beispiel, um besser mit Stress umzugehen, nach einer Krise wieder Fuß zu fassen oder einfach bewusster zu leben. Der Fokus liegt auf persönlichen Zielen, der Aktivierung von Ressourcen und lösungsorientiertem Denken im Hier und Jetzt. Coaching ist selbst zu finanzieren und oft steuerlich absetzbar.
Psychotherapie hingegen ist angezeigt, wenn psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Traumafolgestörungen vorliegen. In solchen Fällen reicht es nicht, an der Resilienz zu „feilen“ – hier braucht es professionelle Hilfe, die tiefer geht, diagnostisch fundiert ist und auf anerkannten therapeutischen Verfahren basiert. Die Kosten für eine Psychotherapie werden von der Krankenkasse übernommen.
Wichtig: Coaching ersetzt keine Therapie. Wenn du unter anhaltenden psychischen Belastungen leidest, solltest du dich an einen psychologischen Psychotherapeuten oder an eine psychologische Psychotherapeutin wenden.
Ein erster Ansprechpartner kann dein Hausarzt oder deine Hausärztin sein. Oder du vereinbarst direkt ein Erstgespräch in deiner Nähe unter der kostenlosen deutschlandweiten Hotline des Patientenservice 116117.
Vorteile von Resilienz-Coaching
Warum lohnt sich ein Resilienz-Coaching? Weil es dir hilft, proaktiv zu handeln, bevor du in eine Krise gerätst – oder gestärkt aus ihr herauszukommen.
Hier sind die 8 wichtigsten Vorteile:
- Zugang zu deinen Ressourcen: Du lernst, deine inneren und äußeren Kraftquellen zu erkennen und zu nutzen.
- Mehr Belastbarkeit im Alltag: Du entwickelst Strategien, um mit Stress, Konflikten und Herausforderungen gelassener umzugehen.
- Persönliches Wachstum: Krisen werden zu Chancen. Du wächst an Herausforderungen, anstatt daran zu zerbrechen.
- Burnout-Prävention: Du lernst, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und für dich zu sorgen.
- Mehr Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit: Du gewinnst das Gefühl zurück: „Ich habe Einfluss auf mein Leben.“
- Bessere Work-Life-Balance: Du setzt klare Grenzen, priorisierst deine Bedürfnisse und findest wieder mehr innere Ruhe.
- Erhalt oder Steigerung deiner Lebensqualität: Du lernst, bewusster und zufriedener zu leben, auch wenn es mal schwierig wird.
- Gesundheit und Prävention: Resilienz-Coaching trägt dazu bei, psychischen Erkrankungen vorzubeugen oder Rückfälle zu vermeiden.
7 Übungen aus dem Resilienz-Coaching
Dein Weg zu mehr Resilienz erfordert Training, aber du musst nicht erst in einer Krise landen, um dich persönlich weiterzuentwicklen! Hier sind einige Methoden und Übungen aus dem Resilienz Coaching, die du direkt im Alltag ausprobieren kannst.
Warum funktionieren sie? Auf der einen Seite orientieren sich die Übungen meist an verhaltenstherapeutischen wissenschaftlichen Methoden und zum anderen stärken sie bewusst verschiedene Resilienzfaktoren.
Der Ressourcenbaum: Deine Kraftquellen visualisieren
Mit der Übung „Mein Ressourcenbaum“ machst du dir auf kreative Weise bewusst, welche Ressourcen dir bereits zur Verfügung stehen – und wohin du wachsen möchtest.
So geht’s:
Male einen großen Baum mit kräftigen Wurzeln, einem stabilen Stamm und einer grünen Krone.
- In die Wurzeln schreibst du deine Stärken, Fähigkeiten und Kraftquellen (z.B. „Humor“, „Durchhaltevermögen“, „Beste Freundin Lisa“, „Yoga“, „Kreativität“).
- In den Stamm schreibst du, was dich trägt und stabilisiert (z.B. „Meine Werte“, „Meine Arbeit“, „Meine Familie“).
- In die Krone schreibst du deine Ziele und Wünsche (z.B. „Mehr Gelassenheit“, „Berufliche Veränderung“, „Mehr Zeit für mich“).
Diese kreative Visualisierung macht deine inneren Kraftquellen sichtbar und erinnert dich daran: Du bist bereits stark verwurzelt – und darfst weiter wachsen.
Positiv-Tagebuch: Trainiere deinen Optimismus
Mit einem Positiv-Tagebuch (Journal) lenkst deinen Blick bewusst auf das Gute in deinem Leben, hebst laut Studien deine Stimmung und stärkst so deinen Optimismus.
So geht’s:
Nimm dir jeden Abend 5 Minuten Zeit. Notiere 3 bis 5 Dinge, die heute gut gelaufen sind oder für die du dankbar bist. So konkret wie möglich.
Nicht: „War ein guter Tag.“, sondern: „Ich habe heute mit meiner Freundin gelacht, mir Zeit für einen Spaziergang genommen und eine Aufgabe abgeschlossen, die mir schwerfiel.“
Dein Gehirn lernt, automatisch mehr auf das Positive zu achten. Dankbarkeit trainiert deine Wahrnehmung auf die Fülle statt den Mangel.
Die Ausnahme-Frage: Aktiviere deine vorhandenen Ressourcen
Bestimmte Fragetechniken aus dem Resilienz-Coaching kannst du auch zu Hause für dich selbst anwenden – beispielsweise die „Ausnahme-Fragen“. Mit dieser Frage erkennst du, dass du das Problem nicht immer hast. So erweiterst du deinen Lösungsraum.
So geht’s:
Wenn du vor einem Problem stehst, beobachte dich selbst.
Statt zu fragen „Warum klappt das nicht?“, frage dich:
- „Wann war es in den letzten Tagen anders – also besser?“
- „Wann habe ich bereits etwas von dem gemacht, was ich mir wünsche?“
- „Was war da anders als sonst?“
Beispiel: Wenn du denkst „Ich bin so gestresst“, frage: „Gab es Momente in dieser Woche, wo ich mich ruhiger gefühlt habe?“ „Was habe ich da anders gemacht?“
Du siehst, dass du eine ähnliche Herausforderung schon einmal geschafft hast. Das aktiviert deine Ressourcen und zeigt dir: Du bist nicht hilflos – du kannst etwas tun. So arbeitest du aktiv am Resilienzfaktor der Selbstwirksamkeit.
Kognitive Umstrukturierung: Negative Gedanken hinterfragen
Dich kognitiv (gedanklich) neu zu strukturieren, ist eine Methode aus der Verhaltenstherapie: Du lernst, belastende Gedankenmuster zu erkennen und zu verändern – und stärkst so deine Selbstregulationsfähigkeit.
So geht’s:
1. Beobachten: Welcher negative Gedanke taucht immer wieder auf? (z.B. „Ich muss alles alleine schaffen“, „Ich bin nicht gut genug“)
2. Hinterfragen: Ist dieser Gedanke wirklich wahr? Welche Beweise sprechen dagegen? Hilft mir dieser Gedanke, mein Ziel zu erreichen?
3. Umformulieren: Ersetze den Gedanken durch einen Erlaubnissatz. (z.B. „Ich darf um Hilfe bitten“, „Ich gebe mein Bestes, und das reicht.“)
4. Üben: Wiederhole den neuen Gedanken regelmäßig – besonders in herausfordernden Momenten.
Diese kognitive Technik ist extrem wirksam. Du sprengst innere Grenzen und gewinnst Handlungsspielraum, um deine Ziele zu erreichen.
Achtsames Atmen: Dein Anker im Hier und Jetzt
Durch gezielte Atemtechniken lernst du, dich in stressigen Momenten schnell zu beruhigen und deine Selbstregulation zu stärken.
So geht’s:
1. Lenke deine gesamte Aufmerksamkeit auf deinen Atem.
2. Atme tief, langsam und durch das Zwerchfell (in den Bauch).
3. Verlängere bewusst die Ausatmung: 4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 6 Sekunden ausatmen, 4 Sekunden halten
4. Wiederhole das 5–10 Mal.
Du versetzt dein Nervensystem in einen Ruhemodus. Dieser Atem-Anker ist ein schnelles Werkzeug, das du überall einsetzen kannst.
Wertehierarchie entwickeln: Was ist dir wirklich wichtig?
Mit der Übung „Meine Wertehierarchie“ findest du heraus, welche Werte dein Leben leiten sollen – und stärkst so deine Sinn- und Werteorientierung.
So geht’s:
1. Schreibe 10–15 Werte auf, die dir wichtig sind (z.B. Freiheit, Fürsorge, Kreativität, Ehrlichkeit, Naturverbundenheit, Familie, Wachstum). Du kannst dich auch online inspirieren lassen und nach sogenannten Werte-Listen googlen.
2. Bringe sie in eine Rangfolge: Welche sind dir am wichtigsten?
3. Reflektiere: Lebe ich aktuell im Einklang mit meinen Top-3-Werten? Wenn nein: Was müsste sich ändern?
Diese Übung schärft deinen inneren Kompass und hilft dir, Entscheidungen zu treffen, die wirklich zu dir passen. Wer seine Werte kennt, steht stabiler – auch in stürmischen Zeiten.
Selbstmitgefühl stärken: Der Brief an dich selbst
Entwickle ein liebevolles inneres Selbstgespräch und formuliere einen Brief an dich selbst.
So geht’s:
Stell dir vor, deine beste Freundin hätte gerade eine schwierige Zeit. Sie fühlt sich gestresst, zweifelt an sich, ist erschöpft. Jetzt schreibe ihr einen Brief – mitfühlend, aufbauend, verständnisvoll. Was würdest du ihr sagen?
Und dann: Lies diesen Brief – und stelle dir vor, er ist für dich selbst.
Alternativ: Schreibe dir direkt einen Brief, als wärst du deine eigene beste Freundin.
Viele Menschen sind zu sich selbst viel härter als zu anderen. Diese Übung hilft dir, Selbstmitgefühl zu entwickeln – eine zentrale Ressource für emotionale Selbstregulation und damit Resilienz.
Resilienz Coach finden
Die Wahl des richtigen Coaches ist entscheidend für den Erfolg deines Coachings. Hier sind die wichtigsten Kriterien:
- Fundierte Ausbildung: Achte darauf, dass dein Coach eine anerkannte Coaching-Ausbildung absolviert hat (idealerweise an einem renommierten Institut mit mehrjähriger Ausbildungsdauer und Selbsterfahrung).
- Berufserfahrung: Wie lange arbeitet der Coach schon? Hat er/sie Erfahrung mit genau den Themen, die dich beschäftigen?
- Wissenschaftliche Fundierung: Ein guter Resilienz-Coach arbeitet mit evidenzbasierten Methoden (z.B. aus der Kognitiven Verhaltenstherapie, Achtsamkeit, systemischen Ansätzen).
- Persönliche Chemie: Die wichtigste Frage: Fühlst du dich bei diesem Coach wohl? Kannst du Vertrauen aufbauen?
- Transparenz: Seriöse Coaches informieren klar über Kosten, Ablauf und Methoden.
Tipp: Viele Coaches bieten ein kostenloses Erstgespräch an. Nutze das, um herauszufinden, ob die Chemie stimmt.
Online vs. Offline: Was passt zu dir?
Online-Coaching bietet maximale Flexibilität. Du sparst Anfahrtszeit und kannst mit Expert:innen weltweit arbeiten. Wichtig ist nur eine stabile Internetverbindung und ein geschützter Raum.
Offline-Coaching (Präsenz) kann intensiver wirken, wenn dir der persönliche Kontakt wichtig ist.
Beides ist gleichermaßen wirksam – entscheidend ist, was sich für dich richtig anfühlt.
Selbsttest: Wie resilient bist du?
Du hast jetzt viel über die 6 Resilienz-Faktoren gelernt. Aber wie steht es eigentlich um dich? Es ist Zeit für einen ehrlichen Blick nach innen – und das geht am besten, wenn du nicht nur grübelst, sondern aktiv mit einem Coaching-Tool (unser Selbsttest) arbeitest.
Wichtig: Dies ist kein wissenschaftlich fundierter psychologischer Test, sondern eine Selbstreflexionsübung und dient dir als erste Orientierung.
Es geht nicht darum, ein „richtig“ oder „falsch“ zu finden. Vielmehr erkundest du, welche deiner Resilienzfaktoren – zum Beispiel Optimismus oder Selbstwirksamkeit – bereits super ausgeprägt sind und wo dein größtes Entwicklungspotenzial schlummert.
Bonus: Dich erwartet eine fokussierte, kleine Coaching-Übung, die dich sofort dazu anleitet, lösungsorientierter zu denken, anstatt in der Problemtrance stecken zu bleiben.
Am Ende erhältst du dein persönliches Resilienz-Profil als Momentaufnahme.
Fazit: Handlungsfähig statt hilflos – das ist Resilienz
Resilienz-Coaching ist mehr als nur ein Werkzeug zur Krisenbewältigung. Es ist eine Investition in deine innere Stärke, deine Gesundheit und deine seelische Zufriedenheit.
Du lernst, auch angesichts widriger Umstände deine Ressourcen zum eigenen Vorteil zu nutzen und entdeckst dein Entwicklungspotential in der Krise.
Durch ein Resilienz-Coaching wirst du nicht unverwundbar – aber du wirst handlungsfähig. Und das ist der entscheidende Unterschied.
Bist du bereit, deine innere Stärke zu entdecken?





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