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Männer verstehen: Ist das wirklich so schwer?

von | Stand: 26. Mrz 2022 | Veröffentlicht: 5. Mrz 2022

In diesem Beitrag erfährst du, wie Männer ticken und auf welche Anzeichen du achten kannst, um sie besser zu verstehen.

30-Sekunden-Zusammenfassung

  • Viele Frauen berichten davon, dass es ihnen schwerfällt, Männer und ihr Verhalten richtig einzuordnen.
  • Besonders in der Kennenlernphase kann die Kommunikation des anderen Geschlechts Frauen vor Herausforderungen stellen.
  • Tatsächlich gibt es kommunikative Geschlechterunterschiede, die wissenschaftlich gut untersucht sind: Männer neigen etwa zu einer eher lösungsorientierten Sprache.
  • Daneben spielt bei der Partnerwahl für Männer Attraktivität eine größere Rolle als für Frauen.
  • Grundsätzlich ist die Forschung aber auch einig: Die großen Unterschiede, die manche in der Kommunikation zwischen Männern und Frauen sehen wollen, gibt es so nicht.
  • Viele Geschlechterunterschiede beruhen auf Stereotypen, die ein simples Erklärungsmuster abgeben – nach dem Motto: “Wir sind eben so”.

Was bedeutet “Männer verstehen”?

Wir alle haben bestimmte Vorstellungen davon, wie Männer und Frauen sind oder sein sollten – und vor allem, wie sich die beiden Geschlechter voneinander unterscheiden. Diese Vorstellungen sind oft von Stereotypen geprägt, die wir gar nicht bewusst denken. 

Tatsächlich beruhen viele unserer Anschauungen darauf, wie wir sozialisiert wurden und in welcher Gesellschaft wir leben. Die Stereotype, mit denen wir aufwachsen, prägen wiederum unser Selbstbild, unser Verhalten und den Blick auf unsere Mitmenschen.

Ein konkretes Beispiel: Fast jeder Mann hört im Kindesalter den Satz: “Jungs weinen nicht!”. Nicht selten verfestigt sich dieser Satz in einem Glaubenssatz, den der Mann bis ins Erwachsenenalter übernimmt.

Die Folge: Der Glaubenssatz wird zu einem Verhaltensmuster – der Mann denkt dann zum Beispiel, dass es eine Schwäche ist, Gefühle zuzulassen und zu zeigen.

Es ist daher wenig verwunderlich, dass Stereotype auch eine entscheidende Rolle bei der Kommunikation zwischen Männern und Frauen spielen. Doch kommunizieren, denken und fühlen Männer und Frauen wirklich unterschiedlich?

Wenn ja: Wie groß sind diese Differenzen, woher kommen sie und wie wirken sie sich auf unsere Leben aus? Und ist es wirklich so schwer, das andere Geschlecht zu verstehen?

Über all diese Fragen wird seit Menschengedenken diskutiert. Sie beschäftigen Philosoph:innen, Soziolog:innen, Psycholog:innen, Kommunikationswissenschaftler:innen – und letztendlich wahrscheinlich jeden Menschen.

Gerade wenn es um die Kommunikation zwischen den Geschlechtern geht, stand wohl jeder von uns schon einmal ziemlich ratlos da. Für Männer sind Frauen ein Buch mit sieben Siegeln und auch Frauen fällt es oft schwer, Männer zu verstehen.

In diesem Beitrag möchte ich dir helfen, Männer besser zu verstehen. Dabei geht es vor allem um die partnerschaftliche Beziehung. Meine Tipps besitzen keine Allgemeingültigkeit, denn natürlich ist nicht jeder Mann gleich.

Auch möchte ich dir keinen plakativen Ratgeber an die Hand geben, sondern die vermeintlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen ganz bewusst unter die Lupe nehmen.

Dafür schauen wir uns auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse an – denn eins kann ich dir schon jetzt verraten: Auch wenn Gesellschaft, Werbung und einige Beziehungsratgeber es anderes suggerieren: Männer und Frauen sind in der Liebe gar nicht so unterschiedlich, wie man es vielleicht glauben mag.

Was bedeutet “Männer verstehen” also überhaupt? Was ist typisch Mann – und gibt es das überhaupt? Welche Stereotype halten sich vehement und an welchen ist tatsächlich etwas Wahres dran?

Klar ist auf jeden Fall: Niemand kann sich sein Geschlecht aussuchen. Wir werden als Mann oder Frau geboren oder fühlen uns gar keinem der beiden Geschlechter zugehörig.

Bleiben wir beim binären Geschlechtersystem, begegnen wir schnell bekannten Klischees. 

Für Männer heißt das:

  • Sie sind durchsetzungsstark,
  • reden nicht gern über ihre Gefühle,
  • wollen Gewinner und Alphatiere sein
  • und Frauen erobern

An jedem dieser Stereotype ist tatsächlich etwas Wahres dran. Aber wie genau unterscheiden sich Männer und Frauen, wenn sie miteinander kommunizieren – und wie groß sind diese Unterschiede wirklich?

Was sagt die Wissenschaft?

Viele Menschen gehen davon aus, dass sich Männer und Frauen in ihrer Art zu kommunizieren, deutlich voneinander unterscheiden. So würden Männer eher dominant, sachorientiert und kompetitiver kommunizieren, während Frauen eher eine höfliche, kooperative und personenorientierte Kommunikation pflegen.

Wissenschaftlich betrachtet, bestätigt sich dieses “typisch männliche” und “typisch weibliche” Kommunikationsverhalten jedoch nicht so einfach.

Wie unterscheiden sich Männer und Frauen in der Kommunikation?

Bereits in den 1970er Jahren entspinnt sich mit dem Aufkommen der Soziolinguistik – dem Teil der Sprachwissenschaft, der sich mit der Kommunikation in bestimmten sozialen Kontexten befasst – und der Frauenbewegung in den USA eine Diskussion um Sprache und Geschlecht.

Zu dieser Zeit werden zahlreiche linguistische, soziologische und sozialpsychologische Studien veröffentlicht, die von typischen sprachlichen Strategien der Geschlechter sprechen. Die Forschenden kommen unter anderem zu folgenden Erkenntnissen:

  • Frauen nutzen Kommunikation als Instrument, um soziale Bindungen zu stärken und Beziehungen aufzubauen (Tannen, 1990).
  • Männer setzen Sprache ein, um konkrete Ergebnisse zu erzielen (Maltz & Borker, 1982). 
  • Frauen neigen in Konfliktsituationen zu einer ausdrucksvolleren, vorsichtigeren und höflicheren Sprache als Männer (Basow & Rubenfield, 2003).
  • Männer nutzen Gespräche zur Erlangung von Macht oder Dominanz (Maltz & Borker, 1982). 
  • Während Frauen sich bemühen, in ihren Interaktionen eher sozial zu sein, schätzen Männer ihre Unabhängigkeit (Chodorow, 1978).
  • Frauen wollen durch Gespräche über gemeinsame Probleme und Fragen eine intime Bindung zum Gesprächspartner herstellen und fördern (Tannen, 1990).

Einige dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse aus dem 20. und beginnenden 21. Jahrhundert sind jedoch eher mit Vorsicht zu genießen. Viele der dort beschriebene Kommunikationsformen bestätigten sich in anschließenden empirischen Studien nämlich nicht.

Heute geht man in weiten Teilen der Sprach- und Kommunikationswissenschaft davon aus, dass die Unterschiede im Gesprächsverhalten von Männern und Frauen zu einem großen Teil gesellschaftlich konstruiert und anerzogen sind.

Auch die Sozialwissenschaft geht bereits seit den 1980er Jahren mit Beginn der Psychoanalyse davon aus, dass Männlichkeit ein sozial konstruiertes Konzept ist.

So schreibt etwa die australische Soziologin Raewyn Connell in ihrem Aufsatz Understanding Men (zu deutsch: Männer verstehen), dass Männlichkeit (und Weiblichkeit) von den soziokulturellen Umständen geprägt ist. Je nachdem, in welcher Zeit, Kultur und in welchem Milieu wir leben, herrschen unterschiedliche Verständnisse vor, was “typisch Mann” und “typisch Frau” ist.

Wie Männer und Frauen kommunizieren, ist also stark davon abhängig, in welchem Kontext das Gespräch stattfindet.

Männer zu verstehen, bedeutet also auch immer, die vorherrschenden gesellschaftlichen Glaubenssätze zu kennen (“Männer sind stark”, “Männer sind kalt”, “Männer sind furchtlos”, “Männer sind emotionslos” etc.).

Einig ist sich die Wissenschaft jedoch nicht – zu komplex sind die Faktoren, die das menschliche Wesen prägen. So ist es zum Beispiel sehr wohl so, dass sich bei der anatomischen Betrachtung von Männer- und Frauengehirnen Unterschiede feststellen lassen.

Da das Gehirn unser Verhalten formt und unser Verhalten unser Gehirn, könnte man also sagen, dass auch die Kommunikation zwischen den Geschlechtern auf anatomischen Verschiedenheiten beruht. Allein darauf aufbauend unterschiedliche Kommunikationsformen von Männern und Frauen festzumachen, wäre aber zu einfach. 

So prägen vor allem auch Faktoren wie unsere Erziehung, wie wir aufwachsen und unsere Alltagserfahrungen als Erwachsene die Art und Weise, wie wir kommunizieren und uns geschlechtsspezifisch verhalten.

Männer verstehen in der Kennenlernphase

Besonders in der ersten Kennenlernphase kann es eine echte Herausforderung sein, den anderen Menschen richtig einzuschätzen – und den Mann zu verstehen.

Kennenlernphase Tipps

Soll ich mich bei ihm melden oder darauf warten, dass er den nächsten Schritt geht? Wie oft sollten wir uns sehen? Hat er Interesse an mir oder ist er nur auf einen Flirt aus? Meint er es ernst mit mir?

Wie Männer und Frauen auf Partnersuche gehen und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen, ist durch evolutionäre Anpassungen gekennzeichnet. Dabei gibt es zwischen den Geschlechtern sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede.

Sowohl Männer als auch Frauen sind auf der Suche nach einem beziehungsweise einer verständnisvollen, vertrauenswürdigen und hilfsbereiten Partner:in. In diesem Punkt unterscheiden sich die beiden Geschlechter nicht.

Laut Psycholog:innen orientieren sich Männer bei der Suche nach einer Partnerin jedoch stärker an physischer Attraktivität, während Frauen – bewusst oder unbewusst – den sozialen Status berücksichtigen. Manche Männer haben zudem einen “Jagdinstinkt” – sie wollen erobern und nicht erobert werden.

Willst du Männer verstehen, heißt das: Gib deinem Date die Chance, dich zu erobern. Klar kannst du ihm zeigen, dass du an ihm interessiert bist. Lass ihm aber dennoch genügend Spielraum und laufe ihm nicht hinterher.

Wenn es um das Thema “Männer verstehen” in der Kennenlernphase geht, spielen häufig bestimmte Aussagen eine Rolle, die von der Frauenwelt nicht immer gleich eingeordnet werden können.

Fragt dich dein Date zum Beispiel, was du hast oder was mit dir los ist, erwartet er darauf womöglich eine klare Antwort. Mit Ausflüchten wie “Es ist nichts”, die du sagst, obwohl du eigentlich erwartest, dass er weiß, was in dir vorgeht, kann er eventuell nichts anfangen. 

Viele Männer nehmen die Antwort auf diese Frage nämlich ernst. Wenn du also was “hast”, solltest du es auch sagen – und nicht darauf warten, dass er in die Glaskugel schaut und weiß, was mit dir los ist.

Er macht dir Komplimente bei euren Dates, die authentisch wirken? Dann kannst du das für bare Münze nehmen. Er meint diese Komplimente ernst – also kannst du dich auch darüber freuen. Wenn er es mit den Komplimenten deiner Meinung nach übertreibt, könnte dies auf Love Bombing hinweisen – sei hier achtsam.

Du willst wissen, ob er wirklich an dir interessiert ist? Dann achte bei euren Dates einmal auf seine Körpersprache. Männer verstehen, ist nämlich gar nicht so schwer, wenn du seine Mimik und Gestik richtig lesen kannst.

Je mehr der folgenden kleinen Signale auf ihn zutreffen, desto wahrscheinlicher ist es, dass er auf dich steht: 

  • Er schaut dich lange und intensiv an und achtet genau darauf, was du sagst.
  • Er ist aufmerksam und hört dir ganz bewusst zu.
  • Er lächelt dich an und lacht über deine Witze.
  • Er berührt deine Hand oder deinen Arm im Gespräch.
  • Er ist nervös, wenn ihr euch trefft.
  • Er sucht deine Nähe.
  • Er macht sich groß und breit, wenn er vor dir steht.

Ist er an dir interessiert, macht er alles mit dem Ziel, dich zu beeindrucken. Sei jedoch vorsichtig, wenn er dir zu schnell seine Liebe gesteht. Vorschnelle Gefühlsbekundungen haben manchmal einen manipulativen Zweck – möglicherweise will er aber keine Beziehung.

Hör dir auch gern meine Podcast-Folge an, in der ich dir 8 Tipps zur Kennenlernphase gebe.

Männer verstehen in der Beziehung

Nicht nur zu Beginn eurer Dates und in den ersten Monaten einer Beziehung können Männer manchmal wie ein Buch mit sieben Siegeln erscheinen.

Auch wenn ihr schon eine Weile zusammen seid, ist es nicht immer einfach, den anderen einzuschätzen: Warum redet er nicht über seine Gefühle? Warum geht er Beziehungsgesprächen aus dem Weg? Warum zieht er sich zurück, anstatt sich dir anzuvertrauen?

Möchtest du Männer besser verstehen lernen, hilft es, sich bewusst zu machen, dass Männer und Frauen in Partnerschaften in gewissen Punkten unterschiedlich kommunizieren.

Der größte Unterschied zwischen Männern und Frauen und ihrem Kommunikationsstil besteht laut wissenschaftlichen Untersuchungen darin, dass Frauen tendenziell auf der Beziehungsebene kommunizieren und Männer auf der Sachebene.

Einfach gesagt: Männer möchten über ihre Kommunikation Probleme lösen, während Frauen kommunizieren, um die Beziehung und Bindung zu stärken.

Ein (stark vereinfachtes) Beispiel: Kommt der männliche Partner zum Beispiel ausgelaugt von der Arbeit nach Hause, benötigt er oft einige Zeit, um sich zu entspannen. Er zieht sich zurück und möchte nicht über seinen stressigen Tag reden. Er findet Entspannung, wenn er den anstrengenden Tag einfach vergisst – während die Partnerin hingegen das Bedürfnis hat, über die Erlebnisse des Tages zu sprechen, um sie zu verarbeiten.

Vielleicht kennst du auch die folgende Situation: Du hattest einen schlechten Tag in deinem Job und möchtest dich einfach bei deinem Freund “ausheulen”. Doch von deinem Partner kommt auf deinen Redefluss nur ein lapidares: “Dann kündige doch” zurück.

Du bist frustriert, weil du das Gefühl hast, dein Partner interessiert sich nicht für deine Sorgen. Dein Partner kann deine Frustration nicht nachvollziehen, weil er dir doch nur mit seinem Rat weiterhelfen wollte.

Das Problem? Eine kommunikative Barriere zwischen euch. Denn während du dir eigentlich nur wünschst, dass er dir zuhört oder dich in den Arm nimmt, will er das Problem lösen – und schlägt dir daher vor, zu kündigen.

Dabei spielt es erst einmal gar keine Rolle, ob du überhaupt nach einem Rat oder einer Problemlösung gefragt hast. Ebenso ist es egal, ob die Situation überhaupt einer Problemlösung bedarf.

Die Soziolinguistin Deborah Tannen geht in ihrem Werk Gender differences in conversational coherence (1990) von einer Barriere zwischen den Geschlechtern aus, wenn es um das Sprechen über Konflikte innerhalb einer Beziehung geht.

So würden Frauen über ihre Probleme mit anderen Frauen reden, um eine Bindung zu ihnen aufzubauen und intime Beziehungen zu pflegen. Diese Art von Kommunikation erwarten sie auch vom anderen Geschlecht.

Wenn Männer jedoch hören, dass Frauen über Probleme sprechen, bieten sie eher Lösungen an und gehen schnell dazu über, das Problem abzutun.

Das Nichteingehen auf die Gefühlsäußerungen der Frau hat aber weniger mit Desinteresse zu tun, als vielmehr mit einer gut gemeinten Herangehensweise an das vermeintliche Problem. Der Mann reagiert so, wie er es bei eigenen Schwierigkeiten von anderen Menschen erwarten würde.

Auch du kennst sicherlich noch weitere Situationen, in denen ihr beide sprichwörtlich aneinander vorbeigeredet habt. Die Folge ist nicht selten ein handfester Streit. Dabei muss das gar nicht die notwendige Konsequenz sein.

Willst du Männer verstehen, kann es helfen, “Männerlogik” anzuwenden. Und das heißt vor allem: Klare Kommunikation. Teile ihm mit, was du brauchst, zum Beispiel eine Umarmung, ein offenes Ohr oder konkretes Handeln. Sag ihm, dass du dein Problem allein lösen kannst.

Dein Freund ist oft eifersüchtig, fühlt sich von anderen Männern schnell provoziert oder liest sogar deine Nachrichten? Durch Eifersucht und ein dominantes Auftreten überspielen Männer oft negative Erfahrungen mit einer vorangegangenen Partnerschaft.

Es kann sein, dass er von einer anderen Frau verletzt wurde, sich das aber nicht offen eingestehen und damit auch nicht abschließend die frühere Trennung verarbeiten kann. 

Willst du Männer verstehen, ist es hilfreich, hinter die “harte Fassade” zu schauen. Frag ihn behutsam danach und gib ihm Zeit, sich zu öffnen und Vertrauen aufzubauen. Möchte er partout nicht darüber reden, solltest du aber auch emotionale Tabuthemen akzeptieren oder für dich die Frage beantworten, ob du wirklich den richtigen Partner gefunden hast.

Wichtig ist aber auch: Ständige Überwachung, Eifersucht und Kontrolle sind keine Elemente für eine funktionierende Beziehung. Akzeptiert er deine Privatsphäre nicht, solltest du Grenzen setzen. In diesem Fall sollte deine Antwort auf die Frage “Soll ich mich trennen?” vielleicht besser “Ja” lauten. Alles andere wäre eine Form von Selbstsabotage.

Wie denken und fühlen Männer?

Eine einfache Antwort auf diese Frage gibt es  nicht. Ich kann dich aber beruhigen: So komplett anders als Frauen sind Männer nämlich gar nicht. Was ihre Emotionen, ihr Denken und Fühlen betrifft, sind sich Männer und Frauen sogar ähnlicher, als sie verschieden sind.

Männer verstehen, bedeutet vor allem, ihre Gefühle zu verstehen. Für viele Männer ist es noch eine Herausforderung, offen über diese zu sprechen. Auch wenn sich die Zeiten ändern: Vielen Männern wurde von klein auf beigebracht, stark zu sein, nicht zu weinen und kein “Weichei” zu sein.

Schwach sein gilt nicht. Also verstecken viele Männer ihre wahren Gefühle. Erst vor anderen, und schließlich auch vor sich selbst. Wenn Männer schon als Jungen nicht gelernt haben, mit den eigenen Gefühlen und denen anderer Menschen umzugehen, dann fällt es im Erwachsenenalter schwer, Nähe zuzulassen, zwischenmenschliche Probleme zu thematisieren und Empathie zu zeigen.

Wenn es ihnen zu nah wird, weichen viele Männer dann stattdessen aus: Schweigen, Rückzug, Rationalisierung sind weitverbreitete Abwehrstrategien des männlichen Geschlechts.

Aber: Männer haben natürlich nicht weniger Gefühle als Frauen. Auch sind sie nicht gefühlskalt. Stattdessen gibt es sehr wohl Gefühle, die Männern sehr viel selbstverständlicher zugestanden werden als Frauen – zum Beispiel Stolz oder Freude. 

Wenn man also sagt, dass Männer Probleme mit ihren Gefühlen haben, dann stimmt das nur bedingt – es gilt für die Gefühle, die mit dem traditionellen Bild von Männlichkeit unvereinbar sind.

Zu nennen sind hier etwa Scham, Trauer, Hilflosigkeit und Angst, aber auch manchmal Liebe und Fürsorge. Diese Gefühle gelten als “weiblich” – und kein Mann möchte als “unmännlich” dastehen, denn das ist eine Zuweisung, die auch noch heute häufig als Schimpfwort gebraucht wird.

Die Schwierigkeit für Männer, über ihre Gefühle zu reden, kann damit verbunden sein, dass sie Beziehungsgesprächen um jeden Preis aus dem Weg gehen wollen. Auch kann es sein, dass er dir einfach Recht gibt, nur um keine weiteren Diskussionen führen zu müssen. Beziehungsängste und Zweifel an der Beziehung werden häufig von Männern überspielt.

Du bist also nicht allein, wenn du deinen Freund fragst, was in ihm gerade vorgeht und er nicht darauf antwortet oder sich zurückzieht. Oft hilft es, wenn du ihm mehr Zeit gibst, damit er sich dir gegenüber öffnet.

Es ist aber dennoch wichtig, dass du ansprichst, wenn dich etwas in eurer Beziehung stört. Lässt du dir hingegen alles gefallen, kann es passieren, dass er den Respekt vor dir verliert. 

Hin und wieder brauchen Männer die Schranken, in die du sie weist. Du wünscht dir etwas Bestimmtes von ihm? Dann sag ihm das konkret. Er kann deine Gedanken nicht lesen und weiß oft nicht, was in dir vorgeht. Willst du Männer verstehen, ist eine klare Kommunikation absolut wichtig.

Auch beim Thema Romantik würden sich wohl einige Frauen einen “Männer verstehen”- Ratgeber wünschen. Natürlich gibt es auch beim anderen Geschlecht die großen Romantiker, die die Liebe zu ihrer Partnerin offen zeigen und aussprechen können.

Viele Männer können das aber nicht. Statt vergeblich auf die große Liebeserklärung zu warten, hilft es, auf die kleinen Gesten und Taten deines Partners zu achten.

Der Kaffee am Bett, die Zeit, die er statt mit seinen Freund:innen oder Hobby mit dir verbringt, Unterstützung im Haushalt, echtes Interesse an deinem Leben, Fürsorge, wenn es dir schlecht geht – all das zeigt seine Liebe zu dir, auch wenn er dir nicht vor aller Augen seine Gefühle offenbaren kann.

Wie Männer fühlen und denken, lässt sich nicht abschließend beantworten. Letztendlich ist jeder Mensch verschieden und hat andere Wünsche, Bedürfnisse und Ansichten. So wie es nicht den “typischen Mann” gibt, gibt es auch keine Männer- oder Frauensprache.

Zwar gibt es emotionale und kognitive Unterschiede zwischen den Geschlechtern, die sich auf Verhalten, Fühlen, Denken und Kommunikation auswirken. Letztendlich sind sich Männer und Frauen aber ähnlicher als oftmals angenommen.

Fazit

Männer verstehen, kann manchmal eine echte Herausforderung sein. Niemand würde wohl abstreiten, dass Männer und Frauen anders ticken. Wissenschaftlich betrachtet sind die emotionalen und kognitiven Differenzen zwischen den Geschlechtern aber eher zu vernachlässigen

Vielmehr sind unsere Anschauungen durch traditionelle Stereotype geprägt, die wenig über die ganze Persönlichkeit eines Menschen aussagen und sich schon gar nicht auf alle Menschen übertragen lassen.

Dennoch formen vor allem gesellschaftliche Rollenerwartungen geschlechtsspezifisches Verhalten. Viele Männer stecken in einer Zwickmühle: Erfüllen sie die Stereotype und Vorstellungen von Härte, Erfolg und Konkurrenz, kommen die Grundbedürfnisse von Selbstverwirklichung, Wohlergehen und Fürsorge zu kurz.

Geben sie aber diesen Bedürfnissen nach, erscheinen sie in der Fremdwahrnehmung der Gesellschaft als unmännlich und “verweichlicht”.

Viele Männer haben Probleme mit dem Zugang zur eigenen Gefühlswelt. Dennoch lässt sich das nicht auf das gesamte männliche Geschlecht übertragen. Männer sind individuell. 

Es gibt sehr wohl Männer, die über ihre Gefühle nicht einmal mit ihren Freunden sprechen – aber natürlich auch diejenigen, die mit einer offenen Kommunikation kein Problem haben.

Um als Frau Männer zu verstehen, gibt es daher kein Geheimrezept. Wenn du dein Date oder deinen Freund nicht verstehst, kann es helfen, dich in seine Position hineinzuversetzen.

Das ist nicht immer einfach, denn schließlich bist du kein Mann. Frag in diesem Fall doch mal den Freund einer Freundin. Die Codes, mit denen Männer und Frauen kommunizieren, sind zwar keine Geheimsprachen, können sich aber doch unterscheiden.

Wenn du die unterschiedlichen Verhaltensweisen akzeptierst und damit umzugehen lernst, wirst du Männer besser verstehen lernen.

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Chris Bloom

Ich bin Chris Bloom – Systemischer Therapeut, Gesundheitsökonom (M. Sc.), Autor, Podcaster, Speaker und Coach. Unsere Gedanken und die richtige innere Haltung empowern uns, unser Leben nach unseren Wünschen zu kreieren. Das Fundament hierfür bilden die drei Säulen: Selbstvertrauen, Selbstliebe und Selbstkenntnis. Diese sind für uns individuell erlernbar – wie das Einmaleins in der Schule. Ich helfe dir dabei, dieses Fundament zu schaffen – damit du das Leben leben kannst, das du dir wünscht. Infos zu meiner Vita und Vision: Wer ist Chris Bloom?

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